Raumnot an den Herner Grundschulen – SPD will drei alte Gebäude wieder nutzen

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Die Raumnot in den Herner Grundschulen nimmt laut SPD weiter zu. Der Bedarf wird in den nächsten Jahren noch weiter steigen, so die Prognose. Klassen werden zu groß, worunter die Qualität des Unterrichts leiden kann. Verschärft wird die Situation durch den ab 2025 geltenden Anspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag. „Es ist wichtig, die Zeichen früh zu erkennen und rechtzeitig zu handeln“, so Udo Sobieski, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Nur so können wir Katastrophen abwenden und gute Voraussetzung für die Bildung der Kinder gewährleisten.“
„Wir beobachten die Entwicklung der Schülerzahlen in den Herner Bezirken schon eine ganze Weile“, so die Schulausschussvorsitzende Birgit Klemczak. „Regelmäßig führen wir Schulbegehungen durch. Dabei haben wir direkt vor Ort festgestellt, dass die Raumnot zunimmt. Auch die Schulleitungen bestätigten uns, dass die Klassen aufgrund steigender Schülerzahlen immer größer werden. Die Kapazitäten in den Schulgebäuden reichen dafür nicht mehr aus.“

Für Neubauten fehlt das Geld

Neubauten von Schulen seien angesichts der angespannten Haushaltslage ausgeschlossen. Es müssten rechtzeitig alternative Möglichkeiten gefunden werden, um anfallende Bedarfe auffangen zu können. Die laut SPD pragmatische Lösung: Eine Reaktivierung von ehemaligen Schulgebäuden.

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„Die wenigen zur Verfügung stehenden Gelder müssen auf alle Herner Schulen verteilt werden“, so die SPD-Sprecherin im Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Immobilien, Manuela Lukas. „Es soll geprüft werden, inwiefern die Reaktivierung der Schulen sinnvoller ist als einer oder mehrere Neubauten. Konkret geht es uns um drei Gebäude, die momentan teilweise noch anderweitig genutzt werden.“
Im Stadtbezirk Wanne bietet sich laut SPD das Schulgebäude an der Hedwigstraße 45 an.
Aufgrund der umfassenden Baumaßnahmen an der Claudiusschule ist der Unterricht aktuell an die Hedwigstraße verlegt worden. Eine weitergehende Nutzung dieses Gebäudes, zum Beispiel als Dependance der Claudiusschule, ist auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an der Claudiusstraße realistisch. Alle umliegenden Grundschulen im Wanner Kern könnten somit effektiv entlastet werden.
Die ehemalige Janosch-Schule an der Bismarckstraße in Herne-Mitte wurde vor mehr als sieben Jahren geschlossen. Im Gebäude befindet sich aktuell ein Corona-Testzentrum. Eine Reaktivierung wäre für die Genossen auch hier denkbar.
Noch bis 2025 wird das Gebäude der ehemaligen Görresschule durch die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen genutzt. Die Südschule muss zudem in absehbarer Zeit umfassend umgebaut werden, um den Schüler- und OGS-Bedarf künftig decken zu können. Sinnvoll scheint der SPD da eine ergänzende Reaktivierung der Görresschule am alten Standort zu sein. Da das Gebäude eventuell ab 2025 frei wird, wäre eine Umwidmung für den gesamten Bezirk sinnvoll.

Verwaltung soll Ideen prüfen

Sowohl im Schulausschuss als auch im Finanzausschuss werde die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen diese Gebäude als Grundschulen reaktiviert werden können.
Sobieski: „Das Charmante an der Lösung ist, dass die Standorte direkt in Wohnquartiere eingebettet sind. Außenbereiche werden somit nicht belastet. Auch angesichts der nach wie vor angespannten Haushaltslage ist das Vorhaben begrüßenswert. Die SPD-Fraktion ist sich sicher, dass die Überprüfung dies verdeutlichen wird.“