Römerschiff „Victoria“ auf der Boot 2024

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Vom 20. bis 28. Januar öffnet die weltgrößte Yacht- und Wassersportmesse „Boot 2024“ in Düsseldorf ihre Tore. Diesmal als Blickfang mit dabei: das Römerschiff „Victoria“ des LWL-Römermuseums in Haltern am See. In der Düsseldorfer Halle 14 wird der 16 Meter lange Nachbau eines römischen Patrouillenschiffes auf dem sogenannten „Classic Forum“ der Bootsmesse zu sehen sein. An diesem Stand wird historischer, traditioneller und klassischer Schiffsbau präsentiert, unter anderem auch historisches Handwerk: Segelmacherei, Seilerei und das Schnitzen von Galionsfiguren. Die „Victoria“ war 2008 anlässlich der Sonderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zur Varusschlacht 2009 gebaut worden. Mit dabei auf der Boot 2024 sind auch die „Römer für Aliso“, die hauseigene Römertruppe des LWL-Römermuseums. Sie werden – in römischer Gewandung – den  Besuchern aus eigener Erfahrung Auskunft geben über das Rudern und Segeln auf dem historischen Nachbau. Denn die Victoria ist immer wieder zum Mitrudern im Einsatz, zuletzt im August 2023 auf dem Halterner Stausee. Wichtige Erkenntnis: Das römische Kriegsschiff ist schnell und wendig – unter Segel oder mit der Kraft ihrer 20 Ruderer erreicht die „Victoria“ fast sechs Knoten (etwa elf Stundenkilometer). In zehn bis 20 Sekunden lässt sie sich mit Muskelkraft auf mehr als drei Knoten bringen. Auch ein plötzlicher Rückzug dürfte für die Römer kein Problem gewesen sein: In weniger als 30 Sekunden dreht das Schiff um 180 Grad auf Gegenkurs.

Das Schiff ist auch auf dem Wasser schnell und wendig

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Als Vorlage für den originalgetreuen Nachbau des römischen Patrouillenschiffes diente 2008 ein spektakulärer Fund aus dem Jahr 1986: Westlich des römischen Kastells Oberstimm bei Ingolstadt wurden zwei Schiffswracks entdeckt. 1992 wurden die Militärschiffe mediterraner Bauart aus der Zeit um 100 nach Christus aus dem Seitenarm der Donau geborgen. 15 Monate waren zwei Bootsbauer, 17 Studierende der Universität Hamburg und drei Bootsbaulehrlinge in Hamburg mit der Rekonstruktion beschäftigt. Das Resultat: Ein Boot von 16 Metern Länge und 2,80 Metern Breite. Mit Mast ist die „Victoria“ zirka neun Meter hoch und hat ein Gewicht von etwa vier Tonnen. Foto: LWL