Entwicklung des Blumenthal-Areals

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Foto: Dieper

Bis auf dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal die Bagger rollen, werden zwar noch einige Jahre vergehen, doch die Weichen sind gestellt. Aus dem Strukturstärkungsrat gibt es positive Signale für die Beantragung von Fördermitteln aus dem „5-Standorte-Programm“. Damit soll die brachliegende Fläche von mehr als 25 Hektar entwickelt werden.
Das Strukturstärkungsgesetz fördert mit Bundesmitteln Kommunen und Regionen, die durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung besonders hart getroffen werden. Hierzu zählt auch Herne. Mit dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal hat die Metropolregion eine der derzeit spannendsten Industriebrachen zu bieten. „Wir durften jetzt den Antrag stellen, um 4,5 Millionen Euro für das Projekt auszugeben“, erläuterte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda bei der Vorstellung der Entwicklungsstrategie für das Areal.
Mit dem Fördergeld soll eine ganzheitliche Projektstruktur geschaffen werden, welche die brachliegende Fläche entwickelt. Die Entwicklungsstrategie soll Grundlagen für die künftige Nutzung, detaillierte Beschäftigungseffekte, die Schätzung der Entwicklungskosten und Schaffung von Baurecht sowie für die Vermarktung und bauliche Umsetzung legen. Die Ergebnisse des kommunalen Entwicklungsbeirates fließen mit ein. Die Politik und Öffentlichkeit werden im Rahmen des Prozesses informiert und beteiligt.
„Es ist eine Leitidee, die wir hier vorstellen“, so Dudda weiter. Entwickelt werden soll die Vision der „Techno Ruhr International (TRI)“. Diese sieht unter anderem die Ansiedlung von Unternehmen im Green- und High-Tech-Bereich sowie von Firmen mit einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Ausrichtung vor. „Arbeitsplätze zu schaffen, ist das A und O des Programms“, ergänzte Stadtdirektor Dr. Hans Werner Klee. Dafür brauche man Raum und der sei an der Stelle mit 25 Hektar ausreichend vorhanden. Ersten Schätzungen zu Folge könnten 3.900 bis 5.400 Arbeitsplätze entstehen. „Dies wird ein Strahlprojekt für das ganze Ruhrgebiet sein.“
„Das Ziel ist es jetzt, die Fragen zu beantworten, die uns unter den Nägeln brennen“, erläuterte Dr. Dirk Drenk, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Dazu gehöre beispielsweise die Prüfung von Altlasten, der Bodenbeschaffenheit oder des Artenschutzes, die durch externe Gutachter erfolgen wird. Es gelte auch zu klären, was mit dem stillgelegten Kraftwerk auf dem Gelände passiert und ob sich das Gelände eigenwirtschaftlich entwickeln lasse. Geplant ist die Gründung einer Entwicklungsgesellschafts GmbH, welche die Fördergelder verwaltet, und die Schaffung von drei Projektstellen in den Bereichen Architektur, Raumplanung und Verkehr.
Geprüft werden aktuell Gutachten zur Machbarkeit der geplanten Seilbahn, die das Gelände mit dem Hauptbahnhof in Wanne-Eickel verbinden soll. Erste Zwischenergebnisse zur technischen Machbarkeit der Seilbahn seien positiv, berichtete Carolin Wolter aus dem städtischen Planungsdezernat.

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