Tumorgewebe bereits im Ultraschall erkennen

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Gesundes Gewebe von tumorartigem unterscheiden – und das bereits während einer Ultraschalluntersuchung. Ein neues Gerät in der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne macht dies möglich und bietet damit entscheidende Vorteile für die Patienten.
Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne, untersucht beispielsweise einen auffälligen Lymphknoten eines Patienten per Ultraschall. Das Verfahren wird endosonographisch durchgeführt, es handelt sich dabei also um eine Ultraschalluntersuchung von innen, die während einer Endoskopie stattfindet. Eine Untersuchung, die der erfahrene Mediziner sehr häufig durchführt. Was neu ist: Auf dem Bildschirm des Gerätes leuchtet das Gewebe in grün und blau, denn der Mediziner führt eine sogenannte Elastografie durch.

Unterschiede werden in Echtzeit farblich dargestellt
„Die Elastografie ist eine neuere Methode im Bereich der Ultraschalluntersuchung, die wir nun in unserer Klinik anbieten können. Sie dient zur Bestimmung der Steifigkeit von Gewebe, etwa zur Diagnose von Tumoren. Dabei werden Unterschiede im Gewebe in Echtzeit farblich dargestellt, sodass Veränderungen eindeutig sichtbar sind. Hartes Gewebe, das auf einen Tumor hinweist, erscheint blau auf dem Bildschirm; weiches, unauffälliges Gewebe in grün“, erklärt Dr. Rempel. „Ein Vorteil dieses Verfahrens ist, dass Veränderungen direkt sichtbar sind. So kann bereits während der Ultraschalluntersuchung eingeschätzt werden, ob es sich um bösartiges Tumorgewebe handelt.“ Dies ermöglicht außerdem eine gezielte Entnahme von Proben des betroffenen Gewebes. „Durch die farbige Markierung weiß ich ganz genau, an welcher Stelle ich eine Probe entnehmen muss. Auf diese Weise können Tumore noch präziser diagnostiziert werden, da vermieden wird, dass Proben von nahegelegenem gutartigen Gewebe entnommen werden“, so der Chefarzt.
Neben erweiterten Untersuchungsfahren bietet die neue Ultraschalltechnologie auch eine verbesserte Bildgebung. Darin liegt ein weiterer großer Vorteil für Patienten, da der behandelnde Arzt durch die hohe Bildauflösung das Stadium eines Tumors genauer bestimmten kann. „Für die Auswahl einer geeigneten Therapie ist eine präzise Bestimmung des Tumorstadiums, also der Ausbreitung der Krebszellen im Körper, entscheidend“, erklärt der Chefarzt.

Große Expertise bei der Sonografie
Im Bereich der Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Sonografie, verfügt das Team der Klinik für Gastroenterologie über große Expertise und führt jährlich ca. 7000 solcher Untersuchungen durch. Dabei ist ein Kerngebiet die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen des Magens, des Dickdarms und der Bauchspeicheldrüse. Nun hat die Klinik unter der Leitung von Chefarzt Dr. Rempel ihre technische Ausstattung mit einem modernen Ultraschallgerät der neuesten Generation weiter aufgestockt. „Durch dieses High-End-Gerät machen wir einen weiteren Schritt in unserer Entwicklung im Bereich Sonografie“, so der Chefarzt.

 

Bild:

Chefarzt Dr. Viktor Rempel zeigt auf dem neuen Ultraschallgerät der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne die farbliche Hervorhebung des Tumorgewebes, das so bereits während der Ultraschalluntersuchung erkannt werden kann. Foto: Elisabethgruppe