Projekt „kickenv&vlesen“ in Herne

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Die Lesefähigkeit von Kindern und Jugendlichen ist, wie die
PISA-Studie schon vor Jahren belegt hat, stark rückläufig. Für Schüler bedeutet das, dass sie Texte und Aufgaben nicht richtig verstehen und somit schlechte Noten bekommen. Besonders Jungen schneiden bei den Studien schlecht ab. Die Corona-Pandemie hat diesen Effekt weiter verstärkt. Um dem entgegenzutreten wurde das Projekt „kicken&lesen“ ins Leben gerufen. Es wurde in der Max-Wiethoff-Schule vorgestellt.
Unter Federführung des Bildungsbüros wird das Projekt zurzeit an sechs Herner Grundschulen durchgeführt. 90 Jungen der 4. Klassen profitieren aktuell davon. Die beteiligten Lehrkräfte wurden bei einer Fortbildung von Kinderbuchautor Frank Maria Reifenberg für das Projekt fit gemacht. Lesen und Fußball werden im Wechsel in einer Doppelstunde miteinander kombiniert. Auf eine Phase des Fußball-Techniktrainings nach Vorgabe des deutschen Fußballbundes folgt eine Phase des Tandem-Lesens. Dies ist eine Methode, in der die Kinder in einer Zweiergruppe gemeinsam vorlesen. Danach folgt eine Phase des freien Fußballspielens, gefolgt von einer Phase des Vorlesens durch eine Lehrkraft.

Bücherkoffer mit 120 Büchern

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Jede Schule hat zwei Bücherkoffer mit 120 Büchern erhalten, die von der Stadtbibliothek zusammengestellt wurden. Jeder Schüler bekommt außerdem ein T-Shirt und einen Turnbeutel.
Die ersten Ergebnisse sind durchweg positiv. Sebastian Reinhardt, Konrektor der Max-Wiethoff-Schule, ist immer erstaunt, wenn er die Turnhalle betritt und 15 Jungen sieht, die in Ruhe lesen. „Im Unterricht bekommt man es selten zu sehen, dass die Jungs so konzentriert lesen. Es ist eher so, dass die Jungs die Mädchen beim Lesen stören.“ Foto: Frank Dieper / Stadt Herne