Winnetou 2022: Unter Moralaposteln…

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MEIN HERNE Kommentar
Echt jetzt?! Der Kommentar in MEIN HERNE von Detlef Leweux

Der Echt jetzt!?-Kommentar in MEIN HERNE:

Was hat die fiktive Karl May-Roman-Kunstfigur Winnetou nicht alles überlebt… die Suche nach dem Schatz im Silbersee, den Ölprinz und die Wüste Llano Estacado „Unter Geiern“. In der aktuellen Folge „Unter Moralaposteln“ überlebt der Häuptling der Apachen nicht – zumindest im Ravensburger Verlag.

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Geht es nach den selbst ernannten „woke“-Anhängern in den sozialen Netzwerken, dann haben Millionen Karl May-Leser bei der Lektüre u.a. die indigene Bevölkerung diskriminiert.

Diskriminierung, das wird dann wohl auch für die Zuseher der TV-Serien „Kimba, der weiße Löwe“, „Arpad, der Zigeuner“ und die Klassikanhänger von „Der Zigeunerbaron“ gelten – und das alles ist völlig absurder Quatsch.

Es ist wichtig und richtig, dass man sich Diskriminierung von Menschen bewusst macht. Dass man darauf hinweist, warum Zigeuner-Schnitzel und Mohrenkopf heutzutage Betroffenen zu schaffen machen und man deshalb auf Aufklärung und Änderung besteht.

Mir macht nur die Vorsätzlichkeit zu schaffen, die eine immer größer werdende Handvoll Moralisten da hineininterpretiert, wenn man sich z.B. mit Unbehagen daran erinnert, in Kindertagen an der Bude selbst ein Negerkuss-Matschbrötchen bestellt zu haben. Aktive Diskriminierung am Kiosk – so war es eben nicht.

Einerseits ist es gut, dass wir aktuell jedes Thema auf so vielen verschiedenen Kanälen aufmachen und zu Ende (manchmal eben leider auch zu Tode) diskutieren können. Andererseits ist es überraschend, dass es so z.B. einer verhältnismäßig kleinen Anhängerschaft der „Gender-Sprache“, die einfach den Sexus in die Genus-Situation der deutschen Sprache wirft, gelingt, dass in Texten jetzt Schrägstiche, Sternchen usw. in jedem zweiten Satz nerven und Nachrichten-Sprecher-/innnen mit Atemakrobatik die Zuschauer-/innen begrüßen.

Der große Voltaire (wahrscheinlich ist es auch nicht ganz korrekt, ihn zu zitieren) soll sinngemäß gesagt haben: „Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“ So halte ich es im Sinne der Meinungsfreiheit ebenfalls, aber manchmal darf man dann eben auch einfach nur den Kopf schütteln.

Detlef Leweux

redaktion@mein-herne.com