Kai Gera neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates

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Corona hat in diesem Jahr einiges durcheinandergebracht. So auch bei der Wohnungsgenossenschaft Herne-Süd eG (WHS). Die für Juni angedachte 93. Mitgliederversammlung musste aufgrund der weltweiten Pandemie verschoben werden und fand nun stark reduziert statt. Der Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen (VdW RW) hatte seinen Mitgliedsunternehmen empfohlen, die diesjährigen Versammlungen thematisch auf ein Minimum zu beschränken sowie auf den üblichen Imbiss im Anschluss zu verzichten. Zusammen mit den allgegenwärtigen Hygienemaßnahmen und Verordnungen zog es entsprechend nur eine kleine Zahl an Mitgliedern in das Herner Kulturzentrum. Zu hören bekamen diese jedoch durchweg Positives und erlebten zudem den Abschied der Aufsichtsratsvorsitzenden Ellen Bobe-Kemper, die nach 15 Jahren aus persönlichen Gründen nicht für eine weitere Amtszeit kandidierte.

Gut 40 WHS-Mitglieder ließen sich von Vorstand und Aufsichtsrat über das vergangene Geschäftsjahr informieren. Besonders im Mittelpunkt standen hierbei die beiden aktuellen Vorzeigeprojekte „Wohnen am Europaplatz“ in Herne-Mitte und „Wohnen Am Westbach“ im Herner Süden. Während die Modernisierungsarbeiten an den Objekten Bochumer Straße 13-17 und Sodinger Straße 2+2a  in diesem Monat beginnen, so wird es Am Westbach noch etwas dauern, bis der erste Bagger rollt. Allerdings hat das auch seinen Grund: Bei einem derzeitigen kalkulierten Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro sind Schnellschüsse nicht angebracht. Entsprechend wurde darauf geachtet, die dort wohnenden Mitglieder sozialverträglich umzusiedeln. Mit Erfolg: Bis zum Jahresende haben alle Mieter eine neue Bleibe gefunden. Wie und wann mit den Arbeiten begonnen werden soll, blieb an diesem Abend noch offen. Zu ungewiss ist derzeit noch die Lage, um sich festzulegen. Viel sicherer hingegen ist das erfolgreiche Jahresergebnis der Genossenschaft: Mit einem Überschuss von knapp 1,1 Mio. Euro geht die WHS mit viel Selbstvertrauen die nächsten Aufgaben an.

Somit war es nicht weiter verwunderlich, dass der Vorstand der WHS und auch der Aufsichtsrat durch die Mitglieder einstimmig entlastet wurden. Ebenso stimmten die Mitglieder der vorgeschlagenen Verteilung des Bilanzgewinns, der insbesondere eine fünfprozentige Dividendenausschüttung an die Mitglieder vorsieht, zu.

Sentimental wurde es dann auch noch. Nach insgesamt 15 Jahren Aufsichtsratstätigkeit – davon die letzten vier als Vorsitzende – stellte sich Ellen Bobe-Kemper nicht zur Wiederwahl. Ihr bisheriger Stellvertreter Kai Gera übernimmt das Zepter und ist damit neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Für den vakanten Platz wurde Ute Kampbartold in den Aufsichtsrat gewählt. Die 49-jährige ist Markenmanagerin bei der Mediengruppe RTL Deutschland und bereits seit zwölf Jahren Mitglied der WHS.

Am Ende war es für alle Anwesenden dennoch ein gelungener Abend, trotz der außergewöhnlichen Situation. Sicher waren sich alle Beteiligten, dass zur 94. Mitgliederversammlung im Mai 2021 wieder alles beim Alten sein soll.