NACHTSCHICHT – Schlaflos in Herne

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Keine Ruhepause… Baustelle am Herner Kreuz 24/7 aktiv

Autofahrer im Ruhrgebiet sind Kummer gewohnt! Viele Autos, zahlreiche Pendler, verstopfte Verkehrswege, Stau …. Für Anwohner des Autobahnkreuzes Herne lässt sich die Liste allerdings noch erweitern: Dauerbaustelle, Sperrungen, zusätzliche Autofahrer auf der Suche nach Möglichkeiten, die Baustelle zu umfahren und neuerdings auch noch nächtlicher Lärm. Mein Herne hat sich mal umgehört… in unmittelbarer Nähe der Baustelle!
Meist wird es erst schlimmer, bevor es endgültig besser wird! Das gilt auch für den Ausbau von Autobahnen – sechs Spuren sollen die stark befahrene A43 zukünftig entlasten. Am Herner Kreuz wird außerdem der neue Tunnel Baukau die PKWs in Zukunft reibungsloser auf die A42 wechseln lassen. 550 Meter lang soll er werden mit einer Zufahrt von rund 185 Metern –Kostenpunkt 67,2 Millionen Euro. Für den Tunnelbau wurde erst kürzlich die Verbindung von der A43 auf die A42 komplett gesperrt – aller Voraussicht nach für ein Jahr.
„Das merkt man natürlich – keine Frage!“, erklärt Tomislaw Pecarka, Anwohner der Cranger Straße, die direkt auf die Baustelle zuführt. Zwei Mal am Tag würde er eigentlich mindestens das Kreuz nutzen – auf dem Hin- und Rückweg zu seiner Arbeitsstelle beim Arbeiter-Samariter-Bund in Essen. „Man braucht schon länger – nachmittags auch schonmal bis zu 45 Minuten. Das war vorher nicht so. Aber es muss ja sein – da kann man nichts machen – da müssen wir eben durch!“

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Man braucht schon länger – keine Frage!

Die Sperrung der Emschertalbrücke für LKWs über 3,5 Tonnen mache die ganze Situation auch nicht besser. „Das bedeutet sicherlich mehr Verkehr für Herne… hoffentlich gibt es gut ausgeschilderte Umleitungen.“ Der Lärm der Baustelle hat Pecarka bislang hingegen nicht so gestört: „Da waren die nächtlichen Arbeiten der Deutschen Bahn sehr viel lauter! Zumindest da, wo ich wohne!“ (Anmerkung der Redaktion: Die Deutsche Bahn baut im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus der A43 insgesamt fünf neue Brücken.)
An der Bismarckstraße 122 ist das Zoofachgeschäft Zenner zu finden – ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft zur Großbaustelle Herner Kreuz. „Ganz ehrlich – bislang haben wir davon nur ganz wenig mitbekommen“, ist sich Inhaber Matthias Zenner sicher. Und seine Schwester Gabriele Kreimeyer ergänzt: „Wir wohnen ja auch direkt hier – also nachts hört man das schon deutlich!“ Wirklich eingeschränkt fühlen sich beide allerdings nicht – auch die Kundschaft habe sich noch nicht beklagt, das sei für sie ja auch wichtig – gerade in der Coronazeit. Außerdem ist ein Ende der nächtlichen Arbeiten ja bereits in Sicht.
Da hat das Geschwister-Team Zenner/ Kreimeyer recht – bereits am morgigen 18. Juli sollen die nächtlichen Arbeiten abgeschlossen sein. Der Tunnelbau wird die Herner allerdings noch eine ganze Weile begleiten, frühestens Ende 2023 soll er fertig sein.