Starkes Zeichen in schweren Zeiten

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Außergewöhnliche Situationen erfordern bekanntlich außergewöhnliche Maßnahmen. Dies dachten sich auch die Verantwortlichen der Wohnungsgenossenschaft Herne-Süd eG (WHS) und verdoppelten in diesem Jahr kurzerhand ihre traditionelle Weihnachtsspende auf insgesamt 6.000 Euro. Die vorweihnachtliche Überraschung teilen sich sechs soziale Herner Institutionen in gleichen Teilen – sprich 1.000 Euro für jede Einrichtung.

Für die durch Corona stark gebeutelten Institutionen ein schöner und unerwarteter Geldsegen. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, diesen Einrichtungen und den damit verbundenden Menschen, ein positives Zeichen zukommen zu lassen. Die geleistete Arbeit ist für unsere Gesellschaft und für die Herner Bürger und Bürgerinnen unverzichtbar. Dies möchten wir mit der WHS-Weihnachtsspende würdigen und einfach `Danke` sagen“, erklärt WHS-Vorstandsmitglied Simone Hitzler .Trotz der gegenwärtigen Abstands- und Maskenpflicht, ließ es sich Hitzler nicht nehmen jedem Vertreter persönlich den obligatorischen Scheck zu überreichen.

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“Das diesjährige Weihnachten ist nicht vergleichbar mit den bisherigen”, erklärt ein sichtlich trauriger Holger Spies, Geschäftsführer des CVJM Herne. Dank Corona gibt es anstatt der traditionellen Weihnachtsfeier für Alleinstehende und Bedürftige  in diesem Jahr “nur” gefüllte Überraschungstüten zum Fest. Die WHS-Weihnachtsspende in Höhe von 1.000 Euro ist dabei eine enorme Hilfe für den Verein, denn so können weitere Leckereien und Präsente zum Befüllen erworben werden. Neben Hygieneartikeln und Kleidung wird es auch Nahrungsmittel und Konserven geben. Verteilt werden die gefüllten Tüten am Heiligen Morgen durch die Hauptamtlichen des Vereins – natürlich kontaktlos.             www.cvjm-herne.de

 

Für Patricia Beiderbeck (re.) und Jan Scholly aus der Heimleitung des Ev. Kinderheims Herne ist die WHS-Weihnachtsspende eine tolle Überraschung. „Wir freuen uns riesig darüber bedacht worden zu sein“, erklärt Scholly. Für die Einrichtung war es schließlich kein leichtes Jahr. Neben wiederkehrenden Quarantänesituationen in den Wohngruppen der Jugendlichen nahm auch die Zahl an Familien drastisch zu, die nun betreut werden – eine „bedenkliche“ gesellschaftliche Entwicklung finden beide. Darüber hinaus ist das Kinderheim weiterhin auf Spenden angewiesen, um die behördlichen Gelder aufzustocken. „Wir erhalten vom Jugendamt für jeden Jugendlichen insgesamt 30 Euro für ein entsprechendes Weihnachtsgeschenk. Was darüber hinaus geht wird durch Spenden gestemmt“, so Beiderbeck. Mit der Weihnachtsspende können auf jeden Fall weitere Kinderaugen zum Leuchten gebracht werden.             www.ev-kinderheim-herne.de

 

Beim Kinderschutzbund Herne ist die Trauer groß. Die beliebte Weihnachtsaktion, bei der bedürftige Eltern ihren Kindern Weihnachtsgeschenke besorgen können, musste aufgrund von Corona abgesagt werden. Schatzmeisterin Rosemarie Nowak ist entsprechend niedergeschlagen: “Wir hätten es gerne gemacht, aber die Umstände lassen es nicht zu”. Dennoch blickt sie positiv in die Zukunft: “Mit der Weihnachtsspende werden wir unsere Tornister-Aktion unterstützen”, erklärt Nowak. Insgesamt 40 ABC-Schützen sollen dann mit neuen Tornistersets inkl. Etuis und Sporttaschen ausgestattet werden, damit die Kinder nicht als “arm” auffallen und so den Start in die Schulzeit genießen dürfen. Die Aktion findet bereits zum 30. Mal statt.                  www.kinderschutzbund-herne.de

 

Bei der Herner Tafel sorgte die WHS-Weihnachtsspende für viel Freude. Schließlich hat Corona den Verein nicht nur vor organisatorische Probleme gestellt, auch finanziell war die Pandemie ein Schlag ins Kontor: “Zum einen mussten wir auf ehrenamtliche Helfer verzichten, die zu den Risikogruppen gehören, zum anderen standen wir von jetzt auf gleich vor Ausgaben, die wir nicht eingeplant hatten”, berichtet Martin von Berswordt-Wallrabe. Gemeint sind neben Einweghandschuhen und Mundmasken auch der Kauf von Handdesinfektionsmitteln. “Die Preise sind regelrecht explodiert. Am Ende waren wir dazu gezwungen, die hohen Preise zu zahlen, um unsere Arbeit weiter ausführen zu können”, so der Pressesprecher. Trotzdem gelang es dem Team der Tafel durchgehend die Ausgabestelle für die Herner Bürger offen zu halten. “Das war uns sehr wichtig.”                   www.herner-tafel.de

 

Dem Lukas-Hospiz stehen spannende Zeiten bevor. Bis Ende kommenden Jahres soll die Einrichtung in Herne-Süd nicht nur modernisiert, sondern ebenfalls erweitert werden. “Wir werden vier weitere Plätze erhalten”, berichtet Leiterin Annelie Wallbaum freudig. Zurzeit verfügt das Hospiz über zehn Betten für schwerstkranke Menschen. Diese können in Einzelzimmern zusammen mit ihren Angehörigen Tür an Tür in einem Apartment wohnen. Aufgrund des guten Rufs der Einrichtung ist die Nachfrage an den Hospizplätzen besonders hoch. Während es im vergangenen Jahr noch rund 750 Anmeldungen gab, sind es in diesem bereits 1.000 – Tendenz steigend. “Über die WHS-Weihnachtsspende freuen wir uns wirklich sehr, besonders da der Förderverein die Finanzierung der Baumaßnahme übernimmt”, so Wallbaum. Kein leichtes Unterfangen für den Verein, denn es werden hierfür ca. eine Million Euro benötigt.                      www.lukas-hospiz.de

 

Für Werner Karnik ist die WHS-Spende ein “vorgezogenes Weihnachtsgeschenk”. Der Schatzmeister des Fördervereins „Palliativstation im EvK Herne und Ambulanter Hospizdienst e.V.“ weiß auch bereits in welches Projekt das Geld fließen wird: “Wir möchten für die Station schmalere Palliativbetten anschaffen”, so Karnik. “Die normalen Betten sind einfach zu breit für die Terrassentüren”, ergänzt er. Mit den neuen schmaleren Betten soll es dann den Patienten ermöglicht werden, trotz Bettlägerigkeit, den Weg nach draußen zu finden ohne zuvor die Strapazen eines Bettenwechsels zu erfahren. So könnten die Bewohner und deren Angehörige demnächst bei schönem Wetter die gemeinsame Zeit auf der neugestalteten Terrasse genießen.     www. palliativstation-herne.de

 

Quelle/Foto: WHS