Andrea Sawatzki liest im Mondpalast

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Mit der Lesereihe „Gegen das Vergessen“ macht die bekannte TV-Schauspielerin Andrea Sawatzki („Tatort“) am Sonntag, 6. September, Station im Mondpalast. Im Rahmen einer Matinee liest Sawatzki ab 11.30 Uhr aus dem Briefroman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz. Im Anschluss an die Lesung findet ein Bühnengespräch mit der Künstlerin und der nordrhein-westfälischen Antisemitismusbeauftragten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger statt. Ein Grußwort zur Lesung spricht Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister der Stadt Herne. Karten kosten 15,- Euro pro Person. Tickets gibt es unter www.mondpalast.com und am Kartentelefon unter 02325/588999.

Die Lesereihe „Gegen das Vergessen“ wurde von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ins Leben gerufen, der ersten, seit Anfang 2019 amtierenden Antisemitismusbeauftragten des Landes NRW. Ziel der Reihe sei es, so die ehemalige Bundesjustizministerin, möglichst viele Menschen über den in der Gesellschaft verbreiteten Judenhass aufzuklären und zum Nachdenken zu bringen. „Antisemitismus nimmt in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland wieder zu. Er ist eine Herausforderung für uns alle, er verletzt unsere Menschenwürde“, so die gebürtige Mindnerin. Sie erhoffe sich, interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch die Lesereihe gute Argumente gegen Antisemitismus an die Hand zu geben und die Aufmerksamkeit für das Thema zu steigern.

Bei dem Roman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz handelt es sich um ein literarisches Meisterwerk, gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden zur Zeit von Hitlers Machtübernahme. Der Autor, der 1942 im Alter von nur 27 Jahren bei einem deutschen U-Boot-Angriff im Atlantik starb, erzählt in seinem Buch die Höllenfahrt des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann. Um von den Nazis nicht entdeckt zu werden, hält sich Silbermann nach der Reichspogromnacht 1938 nur noch in Zügen auf. Die Gespräche, die er auf diesen Fahrten führt oder mithört, spiegeln auf erschreckende Weise die Lebenswirklichkeit der damaligen Zeit und sind gleichzeitig von beklemmender Aktualität.

Foto: Bruno Berkel