Auf Entdeckungstour durch „Hernes grünen Osten“

22

„Kopf einziehen“ heißt die Devise, die Äste kommen verdächtig nahe und eine Menge grüner Überbleibsel landen in der oberen Etage des Cabriobusses. Doch das kann die Unerschrockenen nicht stören, denn sie haben sich zu einer besonderen Fahrt aufgemacht. Mitten in den Sommerferien eine gelungene Abwechslung für die Daheimgebliebenen: Bei schönstem Wetter ist an diesem Sonntagnachmittag eine Stadtrundfahrt durch die Heimatstadt gestartet. Grüne Ecken neu entdecken und das aus einer ganz anderen Perspektive – im ausgebuchten Cabriobus.
Fremdenführer Jörg Höhfeld begleitete die rund 30 Reisenden. Los ging die Fahrt am Rathausplatz in Richtung Schloß Strünkede. So erfuhren die Teilnehmer sagenhafte Geschichten über den „tollen“ Jobst von Strünkede, der die benachbarten Recklinghäuser immer wieder durch Räubereien in Angst und Schrecken versetzte. Dann fuhr der Bus zum Rhein-Herne-Kanal und durch den Ortsteil Horsthausen-Pantringshof im äußersten Nordosten Hernes. Das Besondere daran ist die Insel-Lage der Siedlung zwischen Kanal und Emscher. Danach steuerte der Fahrer in Richtung Herner Meer; dabei wurde es spannend, als der Bus wieder in Höhe der Baumwipfel durch den engen Schleusenweg fuhr.

Die Tour hält, was sie verspricht
Und dann hielt die Tour, was sie versprochen hatte. Es ging durch Naturschutzgebiete, grüne Wälder und Felder in Richtung Sodingen und viele staunten über die ländliche Umgebung. „Ja, früher gab es sehr viele Gehöfte, Burganlagen und Felder an der Emscher“, erklärte Höhfeld. Ein Beweis dafür: Das Haus Bladenhorst, heute im Privatbesitz und nur zu bestimmten Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals für Besucher geöffnet. Danach ging es zu den städtebauhistorischen Bergarbeitersiedlungen Teutoburgia und Constantin, beide Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe ihrer namensgebenden Zechen entstanden. Gerade im Doppeldecker konnte man die architektonische Bedeutung der beiden Quartiere bewundern, die sich vor allem in der Vielfalt der Fassaden und der Dachgestaltung zeigen. Vorbei an der Akademie Mont-Cenis und den Flottmann-Hallen führte die Route zurück zum Rathaus, wo die Fahrt nach zwei Stunden endete.
Die Teilnehmer fanden die Stadtrundfahrt sehr informativ. Ein Pärchen war extra aus Münster angereist, um die alte Heimatstadt nach vielen Jahren wieder einmal zu besuchen: „Ich habe es meinem Mann zum Geburtstag geschenkt, er ist hier aufgewachsen und er hat viele neue, alte Ecken entdeckt.“ Zwei Freundinnen kannten die Gegend bereits durch gemeinsame Fahrradtouren und fanden die Tour aus einer anderen Perspektive sehr interessant: „Eine richtig schöne gute Tour und ganz toll erklärt“, fand Christel Voerste.

 

Info

Die nächste buchbare Tour durch Hernes „grünen Osten“ findet am Donnerstag, 20. August, 16 Uhr, statt, mit weiteren Terminen am Sonntag, 20. September, 14 Uhr, und Donnerstag, 22. Oktober, 16 Uhr. Der Cabriobus fährt am Herner Rathaus ab. Tickets: 18 Euro. Buchbar sind die Cabriobus-Touren über den Ticketshop des Stadtmarketings unter Tel. 02323/9190514 oder per E-Mail an ticketshop@stadtmarketing-herne.de